Aktuelle Veranstaltungen

Migration in Europa Padova 2008

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Ein Projekt zur Situation von Migranten in Europa und den Ursachen für Migration.

01.-10. Juli 2008 in Padova

15-18 Jahre


25 Jugendliche aus Italien, Spanien, Bosnien-Herzegovina und Deutschland haben sich während einer zehntägigen Begegnung im Juli 2008 im norditalienischen Padova mit der Lebenssituation von Migranten in Padova und deren Motiven und allgemein Migration zugrunde liegenden sozialen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen beschäftigt.
Die Teilnehmenden besuchten verschiedene Institutionen, Migrantenverbände, Unterstützer- und Beratungsorganisationen um in direkten Gesprächen Informationen über die Situation von Migranten in Italien zu erhalten, erfuhren von den Migrant/inn/en zugestandenen Möglichkeiten und den ihnen auferlegten Beschränkungen und lernten die individuellen Beweggründe ihrer Gesprächspartner/innen kennen.

Im Rahmen verschiedener Rollenspiele hatten die Jugendlichen die Gelegenheit sich in die individuelle Wahrnehmung von zu Migration genötigten Menschen zu versetzen und lokale wie globale Hintergründe (unterschiedliche Startbedingungen der Individuen in unterschiedlichen Weltregionen, unterschiedliche Zugangsmöglichkeiten zum Gesundheitswesen, Kinderarbeit, Welthandel) zu erkennen.
Die im Rahmen der Rollenspiele gemachten eigenen Erfahrungen von Benachteiligung wirkten durchaus irritierend für die Teilnehmenden, die sich überwiegend erstmals mit Migrationsursachen auseinander setzten.

In einer Umfrage unter den Besuchern des Samstagsmarktes in Padova versuchten die Teilnehmenden einen Eindruck hinsichtlich des Grades von Fremdenfeindlichkeit resp. Offenheit unter den Bewohnern Padovas zu gewinnen.

Zu Beginn der Begegnung erleichterten Kontakt- und Kooperationsspiele das Kennenlernen . Die Jugendlichen besuchten Jugendtreffpunkte und verschiedene kulturell und historisch bedeutsame Örtlichkeiten in und um Padova, erlebten ein internationales Festival, wurden im Rathaus von Vertretern der Stadt Padova empfangen und erkundeten einen Tag lang Venedig.

An mehreren Abenden stellten die Teilnehmenden ihre Herkunftsländer und -regionen vor (Essen und Trinken, Informationen über historische und politische Entwicklungen, traditionelle Spiele, Tänze und Feiern usw.)
Zur Präsentation ihres Wohnlandes servierte die Kasseler Gruppe ahle Wurscht und saure Gurken als kulinarischen Gruß Nordhessens, gab Informationen über Politik und Gesellschaft, die den nordhesischen Jugendlichen wichtig erschienen, führte zudem ein Quiz über verschiedene deutsche Städte und vermutete Stereotypen durch und entwickelte kurze szenische Darstellungen des Alltags eines durchschnittlichen deutschen Jugendlichen vom morgendlichen Aufstehen bis zum Schlafen gehen am Abend um den anderen Teilnehmenden einen Eindruck vom Alltag in Nordhessen zu ermöglichen.

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Und was ist dabei herausgekommen?

Migration ist ein Phänomen, dass alle europäischen Staaten - wenn auch in unterschiedlicher Weise - berührt. Die Teilnehmenden lernten verschiedene Bestandteile und Erscheinungsformen von Migration und Integration kennen, von denen einige noch zufriedenstellender lokaler, aber auch gesamteuropäischer Antworten bedürfen.
In verschiedenen Rollenspielen wurden unterschiedliche Aspekte aufgegriffen und erlebbar gemacht und in Vorträgen mit anschließenden Diskussionen und Auswertungsgesprächen wurden die Rolle nationaler und europäischer Politik und Institutionen und die Bedeutung von Menschenrechten und Kinderrechtscharta thematisiert.

Die Teilnehmenden erlebten tiefe emotionale Berührung in den Rollenspielen.
Sich mit den Motiven für Migration zu beschäftigen, also zu erleben, was jemanden dazu treibt, seine Heimat dauerhaft verlassen zu wollen, sich mit der Bedeutung des Fremd fühlens im neuen Land auseinanderzusetzen, also Gefühle in der nicht wirklich freiwillig gewählten Fremde nachempfinden zu können und Auskünfte über ökonomische, soziale, politische und andere Ursachen, die Menschen zu Flüchtlingen machen, zu erhalten führt zu anderen Sichtweisen und anderem Verständnis für die Situation von Menschen in dieser besonderen Lebenslage.

Aber nicht nur diesbezüglich konnten die jungen Menschen, die bei dieser Begegnung in Padova dabei waren, ihren Horizont erweitern. Sie lernten historische und (jugend)kulturelle Aspekte Padovas kennen, erfuhren allerlei Neuigkeiten über die Zeit- und Freizeitgestaltung ihrer Altersgruppe in den anderen beteiligten Ländern, konnten so ganz nebenbei das ein oder andere eigene Klischee überprüfen, die Vorurteile der anderen ganz praktisch widerlegen und neue Freundschaften quer über den Kontinent schließen.

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Und was sagen die jungen Leute selbst?

"Vieles wusste ich natürlich vorher schon, ich stamme ja selbst aus einer Migrationsfamilie.
Aber es war interessant, von Migranten in verschiedenen Situationen zu hören (zum Beispiel die Frau, die nach Italien kam, um Krankenschwester zu werden) und die unterschiedlichen Sichtweisen kennenzulernen.
Das Thema an sich find ich sehr interessant." (Nessa)


" Das Thema Migration … wurde zwar durch den Bericht des Migranten bei FairTrade, durch die Aktion, bei der man sich in eine Rolle reinfühlen und als diese Person Schritte machen sollte, und durch die Interviews beziehungsweise deren Auswertung in Form der kleinen Theaterszenen behandelt, sonst lag der thematische Schwerpunkt der Associations und Rollenspiele meiner Meinung nach mehr auf internationalen Konflikten (im Bezug auf Reichtum und Armut), Menschenrechten und Kinderarbeit. Diese Themen gehören aber auch alle zusammen und deshalb fand ich es interessant, sie auch „anzuschneiden“. Mich hat das Thema internationale Konflikte am meisten interessiert und ist mir auch durch das Rollenspiel und den anschließenden „Essensentzug“ am nächsten gekommen…. Erleichtert, untereinander in Kontakt zu kommen, haben es auf jeden Fall die Gruppenarbeiten, die Kennenlern- und Kooperationsspiele (von denen ich mir noch viel mehr gewünscht hätte!) und die Regel mit den interkulturellen Nachbarn beim Essen…..Die Begegnung war eine gute Erfahrung für mich, ich habe neue Leute kennen gelernt, mich mit den thematischen Inhalten auseinander gesetzt und super Wetter und ein schönes Städtchen, also auch einen schönen Urlaub gehabt." (Hannah)

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Diese Internationale Jugendbegegnung wurde organisiert vom Jugendbildungswerk der Stadt Kassel in Zusammenarbeit mit Comune di Padova, Progetto Giovani und vom EU-Programm JUGEND IN AKTION finanziell unterstützt.