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Hiphop meets Rock

Hiphop meets Rock
Internationale Jugendbegegnung Rovaniemi – Kasssel in Rovaniemi (Finnland)
05.-16.Juli 2008
15-18 Jahre


Unter dem Thema "Hiphop meets Rock" trafen sich 24 junge Menschen aus Rovaniemi (Nordfinnland) und Kassel um sich mit den beiden von jeweils einer Gruppe favorisierten Musikstilen und den damit verbundenen Philosophien zu beschäftigen. 10 Tage verbrachten die 15 - 18 Jährigen in der Nähe des finnischen Rovaniemi, lernten einander in internationalen Teams kennen, lösten Gruppenaufgaben und lernten im Rahmen erlebnispädagischer Aktivitäten eigene Fähigkeiten sicherer einzuschätzen und den Stärken anderer zu vertrauen. Die Jugendlichen unternahmen gemeinsame Stadterkundungen in Rovaniemi, stellten einander die ihrer Ansicht nach wichtigen Dinge ihre Heimatorte und -länder in Länderpräsentationen vor und verbrachten einen Nachmittag in den Familien der gastgebenden Gruppe.
Neben dem Austausch über die bevorzugten Interpreten erhielten die Jugendlichen eine Fülle von Informationen über einander und den Lebensalltag im jeweils anderen Land.
Im Rahmen einer workshop-Reihe, in der die Jugendlichen eigene Texte und eigene Musik erarbeiteten und um eigene Bilder ergänzten, entstanden 5 Videoclips in internationalen Teams.

Auszüge aus dem Tagebuch:„Sonntag, 06.Juli:
Der Sonntag war der erste Tag in unserem Camp Hirvikari. Trotz des betrübten Wetter hatten wir sehr viel Spaß, weil wir uns mit Schnuddelstunden und Spielen bei Laune hielten. Wir spielten viele Kennlernspiele. …Spät am Abend nahmen wir einen Evening snack ein und waren anschließend überrascht, als wir sahen, dass es noch taghell war. Wir hatten uns noch nicht daran gewöhnt, dass es im Sommer die ganze Zeit hell ist.“
….
„Freitag, 11.Juli:
Heute haben wir den Musikworkshop abgeschlossen. Es war harte Arbeit, aus den vielen kleinen, manchmal auch sinnlosen Clips einen guten Film zu schneiden, der zur Musik und zum Text passt, und der der ganzen Gruppe gefiel. Doch mit der fabelhaften Hilfe von unserem Workshopleiter Teppo, der uns die ganze Zeit mit Rat und Tat zur Seite stand, ging es recht schnell. Auch wenn wir zwischendurch immer wieder eine Pause brauchten, konnten wir bereits 3 Stunden vor der abgemachten Deadline stolz unseren Videoclip präsentieren.
Und man muss wirklich sagen: die harte Arbeit hat sich gelohnt. Letztendlich sind 5 coole Songs entstanden mit richtig lustigen Videos, und alles sieht sehr professionell aus. Und zudem hatten wir auch noch alle riesigen Spaß während der Arbeit, sowie auch in der Freizeit bei Kimble, Billard, Tischtennis, Singstar und Reden.
Insgesamt war es wirklich ein gelungener Tag und wieder eine tolle Erfahrung.“

„Sonntag, 13.Juli:
Nach dem Frühstück waren wieder einmal Outdoor-Aktivitäten angesagt. Zuerst standen wir, eng aneinander gekuschelt, auf einer Reihe Kisten und versuchten uns gegenseitig dabei zu helfen auf die andere Seite zu gelangen, ohne dabei den Boden zu berühren. Danach folgten weitere Aufgaben, wie einen fliegenden Teppich in der Luft umdrehen. …“

„Montag, 14.Juli:
… ging es zu unserem ersten Programmpunkt, dem Besuch des Weihnachtsmanndorfes unweit von Rovaniemi. Dort erwartete uns ein Fototermin mit dem Weihnachtsmann. Danach hatten wir uns erst einmal eine Pause verdient: Shopping Time, die wir wunderbar in der „Shoppingmall“ mit den vielen kleinen Lädchen des Weihnachtsmanndorfes verbringen konnten. Wer noch keine Souvenirs gefunden hatte, hier gab es sie in Hülle und Fülle.
Weiter ging die Fahrt zum Fluss. Dort wurden Schwimmwesten, Gummistiefel und Paddel verteilt und unsere Raftingtour konnte beginnen. Nach einem Kräfte aufreibenden Wettrennen wurden alle Boote aneinander getäut und mithilfe eines Motors konnten wir uns gleich wieder entspannen.
Bei dem anschließenden freiwilligen Angebot des Fußballspiels auf dem Wasser, fanden sich zehn Youngsters ein, die in zwei Schlauchbooten gegeneinander antraten. Das Spiel verlief sehr spannend und außer Arvid konnten sich alle an Bord der Boote halten. Am Ende stand ein glückliches Unentschieden.
… Der Abend wurde mit dem täglichen Mitternachtssnack beschlossen. Vorher wurde noch die Gewinnerin des Mörderspiels, das uns über mehrere Tage und Nächte beschäftigt hat, gekürt: An dieser Stelle noch einmal einen Glückwunsch an Jassu und die zweite Gewinnerin Paula. Erst nach einem viertelstündigen, nervenaufreibenden Kampf konnte diese knappe Entscheidung von der Jury gefällt werden.
Gemeinsam mit den finnischen Youngsters haben wir noch den letzten Abend im Camp Hirvikari „in the Middle of Nowhere“ genossen.“

„Dienstag, 15.Juli:
… im Museum ‚Arktikum’ gab es Ausstellungsstücke zu verschiedensten Themen rund um das Leben in der Arktis und in Lappland zu sehen, wie z.B. zu den natürlichen Lebensbedingungen und der Tierwelt, aber auch zur Geschichte und Zivilisation. Außerdem gab es in einem Kino eine Bilderpräsentation mit dem Thema „Leben unter den Nordlichtern“. Auch das große Museumsgebäude mit seinem „Tor zum Norden“ war eine Sehenswürdigkeit für sich.
Abends fuhren wir dann noch zu einer Eishalle, wo wir etwas in den Curlingsport hineinschnuppern konnten. Dabei besteht ein Team aus vier Personen, die sich auf einem normalen Schuh und einem speziellen Eisschuh auf dem Eis bewegen. Ziel des Spiels ist es, dass ein Spieler einen knapp 20 kg schweren Stein anschiebt, damit er eine Art Zielscheibe auf dem Eis trifft. Die anderen drei Spieler können dabei bei Bedarf mit Besen dafür sorgen, dass der Stein weiter rutscht. …“

… und ein paar Kommentare danach:„Ich fand alles recht gut. Es gab wenige Dinge, die ich nicht gut fand. Darunter die Mücken, aber die gehören ja zu Finnland, nur hätte ich nie gedacht, dass es so viele gibt. Die Natur in Finnland ist wunderschön. Und der Himmel ist viel klarer, als in Deutschland.
Das Thema „Musik“ fand ich sehr gut. Die Musik Workshops fand ich sehr gut. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht.
Bei den meisten finnischen Jugendlichen war es nicht schwer einen Kontakt aufzubauen. Die Begegnung war eine gute Erfahrung für mich. Man hat viele, nette Leute kennen gelernt. Am Anfang war ich schon etwas aufgeregt, weil ich nicht wusste, was mich erwartet, aber im nach hinein war es eine tolle Erfahrung.
So eine Internationale Jugendbegegnung würde ich wieder machen, da es einem wertvolle Erfahrungen bringen kann und man kann viele neue Leute kennen lernen.“ (Iris)

„Besonders beeindruckend war die Mitternachtssonne! Es gab einfach keine Nacht. Daran könnte ich mich wirklich gewöhnen… außerdem fand ich die vielen Flüsse bemerkenswert.
Überraschend war es für mich, dass die Finnen von Metal und Rock fasziniert sind, das sah man eigentlich überall, z.B. im Rockrestaurant. Mir hat dies besonders gut gefallen und ich kaufte mir dort Musik für zu Hause!
Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich Rentierfleisch gegessen.

Krass fand ich, dass alle männlichen Finnen die wir dort kennen gelernt haben, rauchen.
Alle waren mehr oder weniger Rock- u. Metalfans. Ansonsten schien mir das Leben der meisten Finnen ähnlich wie das der Deutschen, jedoch ist es klar, dass Unterschiede durch die niedrige Bevölkerungsdichte entstehen. Die dauerhafte Helligkeit (im Sommer) und die sehr lange Dunkelheit (im Winter) empfinden alle Finnen als völlig normal und okay.

Der Musikworkshop war ein eindeutiger Erfolg. Alle waren mit Elan und Spaß bei der Sache.
Die Ergebnisse waren auch ziemlich gut. Unsere Gruppe hatte leider viele technische Probleme, jedoch half uns Teppo sehr engagiert. Man konnte hier gute Erfahrungen über verschiedene neue Computerprogramme und überhaupt viel über die Herstellung von Musik und Videoclips sammeln. Sehr gut! Die Ergebnisse waren sehr beeindruckend für die kurze Zeit.

Alles in allem war es eine gute Erfahrung. Am Anfang war die Atmosphäre untereinander noch nicht vertraut. Es war etwas schwierig mit den Finnen „warm zu werden“, aber dann etwas später hatten wir viel Spaß zusammen.
Den Abschluss hätte ich mir etwas turbulenter gewünscht, jedoch waren viele einfach nur traurig und nicht in Partystimmung.
Ich freu mich schon auf das nächste Treffen!!“ (Arvid)

Die deutsche Teilnehmendengruppe berichtet von ihren Erfahrungen und Eindrücken in einer Radiosendung beim Freien Radio Kassel am Freitag, den 05.Dezember 2008 um 17.00 Uhr auf Ukw 105,8 MHz oder Kabel 97,8 MHz (Wiederholung am Samstag, den 06.Dezember um 9.00 Uhr)


Dieses Begegnungsprojekt wurde vom Jugendbildungswerk der Stadt Kassel in Kooperation mit dem Haus Forstbachweg und dem Jugendzentrum Monde (Rovaniemi) organisiert und vom Eu-Programm JUGEND IN AKTION finanziell gefördert.