Freie Zeit in Schweden
Internationale Jugendbegegnung VästerÂ¥s – Kassel
in VästerÂ¥s vom 22.06.-03.07.2008
13 junge Nordhessen verbrachten 10 Tage in Kassels schwedischer Partnerstadt VästerÂ¥s.
„Woran erinnert Ihr Euch ganz spontan, wenn Ihr an Euren Aufenthalt in Schweden denkt?“
„Viiiel Spaß, Essen mitten in der Nacht, Schokosauce und FÂ¥gelbaken.“ Letzteres lässt den Fragenden seine Stirn in Runzeln falten und entlockt ihm ein unmissverständlich nordhessisches „Hää?“ . „Was, um Himmels Willen, sind FÂ¥gelbaken?“
Gemeinsam mit den jungen schwedischen Gastgebern erkundeten die Jugendlichen aus Nordhessen VästerÂ¥s und die Freizeitmöglichkeiten für junge Leute in der mittelschwedischen Stadt.
Ihre Nachforschungen führten sie an bei schwedischen Jugendlichen beliebte Ausflugsorte wie Djäkneberget, Lövudden und Lögarängen, wo sie Gelegenheit hatten Gocart zu fahren, zu bowlen und eine spezielle Variante von (Mini-)Golf auszuprobieren. An anderen Tagen ließen sie es sich in Svalan (sozusagen der Stadtstrand von VästerÂ¥s) und auf der Badeinsel Östra holma im Mälarsee, an dem VästerÂ¥s liegt, gut gehen.
Sie besuchten verschiedene Jugendzentren (in einem davon war die Gruppe während ihres Aufenthalts untergebracht) und waren beeindruckt davon, dass zu einem Stadtteiljugendhaus ein Schwimmbad gehört und das zentrale Jugendhaus „Arosfortet“ schier unendliche Möglichkeiten bietet. Ein Teil des Hauses ist einem Teamparcours vorbehalten: in mehreren Räumen sind verschiedenste Teamaufgaben zu lösen und man erreicht den jeweils nächsten Raum nur, wenn bestimmte Aufgaben erledigt sind. Das Beste der spontan gebildeten internationalen Teams erreichte übrigens 725 von 750 möglichen Punkten.
Die Gruppe besuchte Stockholm, lernte interessante Stellen von VästerÂ¥s mittels einer Stadtrallye kennen und war zum offiziellen Empfang ins Rathaus von VästerÂ¥s geladen.
Im Rahmen eines eintägigen Kunst-Workshops wurden in internationalen Kleinteams Bilder gemalt. Ohne verbale Verständigung wurde nach der Aufforderung durch den Workshop-Leiter zunächst ein Mann und anschließend der Hintergrund gemalt. Schließlich sollte noch „ein Freund“ gemalt werden (dabei durfte dann wieder gesprochen werden). Eines der dabei entstandenen Bilder hängt jetzt im Rathaus von VästerÂ¥s.
Unisono nannten alle Teilnehmenden 2 Dinge als die Highlights der Begegnung:
1. die allnächtlichen spontanen, aber ausgiebigen Gesprächsrunden im Flur des Jugendhauses und die häufig darin eingeschlossenen Mitternachtssnacks und
2. den Besuch in einem outdoor-Abenteuer-Zentrum – dem rätselhaften ‚FÂ¥gelbaken’ (die Stirn des Fragenden entrunzelt sich). Wiederum mussten unterschiedlichste Aufgaben im internationalen Team gelöst werden, es waren Kletterpfade zu bewältigen, Transporte auszuführen, es gab Gleichgewichtsübungen und Vertrauensspiele. Die Probleme, vor die sich die Gruppen dabei gestellt sahen, führten zu nicht immer einfachen Diskussionen und manchmal zu arger Erhöhung des Pulsschlags. Um so tiefer waren alle davon beeindruckt, dass sie als Gruppe lösen konnten, woran jeder alleine gescheitert wäre. Und so ganz nebenbei kam so manche hilfreiche Kompetenz der Teilnehmenden zu Tage.
„Am Lehrreichsten war für mich FÂ¥gelbaken. Wir haben Aufgaben bekommen, die schwierig und lustig waren. Dadurch habe ich gelernt, dass man zusammen mehr erreichen kann als alleine und dass man, um zu kommunizieren, nicht die gleiche Sprache beherrschen muss. Wir sind uns alle viel näher gekommen,“ berichtet Teilnehmer Mustafa.
Weiter Teilnehmende beschreiben ihre Erfahrungen während der Begegnung:
„Schweden wollte ich schon immer mal sehen. Das ist der Hauptgrund, warum ich mitgefahren bin. Jetzt habe ich allerdings weitaus mehr kennen gelernt als nur das Land. Zum Beispiel echt coole Leute, sowohl Schweden als auch Deutsche. Das Programm war gut, sehr abwechslungsreich. Man hat sowohl Sport gemacht und so lustige Sachen als auch kulturelle Sachen, wie die Stadt erkunden und so was. Insgesamt habe ich hier sehr, sehr schöne Ferien verbracht.“ Klara
„Ich habe neue Wörter auf Schwedisch gelernt, ich hab angefangen, morgens um 1.00 Uhr zu essen, wir waren sehr viel unterwegs (toll), Leute kennen gelernt, ich hab mein neues Heimatland gefunden und: in Schweden wird es nie dunkel.“ Alina
„Ich hatte es mir anders vorgestellt, aber es war mindestens tausend mal besser, auch wenn wir in Stockholm länger hätten bleiben sollen.“ Julia
„Die Kommunikation mit den Schweden war am Besten, wenn wir in Kleingruppen unterwegs waren.“ Ann-Sophie
„Schweden hat mir gefallen, wenn auch nicht ohne Vorbehalte: Wohnen wollte ich dort nicht, das Land ist noch dünner besiedelt, als ich je gedacht hätte. Die Schweden waren sehr offen und Freundschaft scheint dort auch schulisch oberstes Gebot zu sein. Scheinbar sehen schwedische Jugendliche auch die Schule ähnlich wie ein Freizeitangebot an. Das schmälert nicht die akademischen Ergebnisse, aber es sorgt für ein positives Klima in der Gruppe.“ Amelie
„Ich habe das Land Schweden kennen gelernt und natürlich auch schwedische Menschen. Wir haben soviel gesehen und es waren viele Dinge, die für Jugendliche sehr geeignet sind. Ich fand echt fast alles richtig gut. In FÂ¥gelbaken war es richtig schön, weil man dort gelernt hat, einander mehr zu vertrauen. Die ganzen Ausflüge machen richtig Spaß, auch wenn der ganze Tag ausgeplant ist. Es war ein sehr schönes Erlebnis. Ich würde jederzeit wieder mitfahren.“ Johanna
Was muss oder kann man selber tun, damit eine Begegnung gelingt?
Die Antwort gibt Nabil: „Ich war offen für alles und hab den direkten Kontakt gesucht.“
Und die Schokosauce? - Eine ganz besondere, die’s halt nur in Schweden gibt!
Organisiert wurde diese Internationale Jugendbegegnung vom Kommunalen Jugendbildungswerk der Stadt Kassel, dem Anne-Frank-Haus Kassel und pro Aros VästerÂ¥s mit finanzieller Unterstützung durch das Auswärtige Amt.
Die nordhessische Gruppe bereitet augenblicklich eine Radiosendung über ihre Erlebnisse und Beobachtungen während ihres Aufenthalts in VästerÂ¥s vor. Die Sendung wird am Freitag, den 19.Dezember 2008 um 17.00 Uhr im Freien Radio Kassel (UKW 105,8 MHz und Kabel 97,8 MHz) übertragen. (Wiederholung am Samstag, den 20.Dezember um 9.00 Uhr).


