Aktuelle Veranstaltungen

Was ist das bloß - "Leben"?

Internationale Jugendtanz- und Theatertage 2007

in Kassel und am Hohen Meißner

Vom 09.-21.Juli 2007 in Kassel und am Hohen Meißner

40 Jugendliche aus Bulgarien, Italien, Frankreich und Deutschland trafen sich für fast 2 Wochen in Nordhessen, um sich mit den Themen "Bildung" und "Das bloße Leben" zu beschäftigen.

Erlebnispädagogische Aktivitäten (Kooperationsspiele, outdoor-Aktivitäten und eine Kanutour) vermittelten erste Annäherung und erste konkrete internationale Kooperationserfahrungen. Der Besuch verschiedener typischer Orte und interessanter Institutionen Nordhessens ermöglichte Eindrücke vom alltäglichen Lebensumfeld der nordhessischen Teilnehmenden.

Anhand von Beschreibungen der individuellen Bildungs- und eigenen Lebens-Situationen diskutierten die Teilnehmenden über Unterschiede und Gemeinsamkeiten in den verschiedenen nationalen Gruppen bezüglich Bildungsinteressen, Bildungserwartungen, Bildungswegen und Lebensplanungen. Die Beschäftigung mit Kunstwerken der Weltkunstausstellung documenta 12 setzte diesen Diskussionsprozess fort. In 3 fortlaufenden Werkstätten setzten die Teilnehmenden ihre Eindrücke und Ideen zu Bildung, dem bloßen Leben und entsprechenden documenta-Kunstwerken in Tanz- und Theaterszenen um, die am Ende der Begegnung in einer öffentlichen Präsentation hundert begeisterten Zuschauern vorgestellt wurden.

„Die Begegnung war einfach toll. Die Zeit mit den anderen und auch das Programm waren Klasse, und ich habe eigentlich keinen Punkt, von dem ich sagen könnte, dass er mir nicht gefallen hätte oder das ich ihn schlecht fand. Vom Abschied einmal abgesehen;-)

Neben den Workshops und der freien Zeit, in der wir selbst entscheiden konnten, was wir machen wollten, hat mir besonders die Kanutour gefallen und auch das anschließende Barbecue auf Burg Ludwigstein. Aber auch das Vorurteils-Theater hat mir sehr gut gefallen oder der Abend, an dem jedes Land einige typische Speisen vorbereitet hatte. Höhepunkt der Freizeit war meiner Meinung nach unser Auftritt in der "Salzmann-Factory" am Ende der Begegnung, genau wie die anschließende Party.

Ich habe vorher eigentlich noch nie etwas mit Theater gemacht, jedenfalls nicht professionell, habe mich allerdings schon immer dafür interessiert. Das und auch die Tatsache, dass ich immer wahnsinnig interessiert daran bin, mit Menschen aus anderen Ländern in Kontakt zu kommen, haben mich dazu bewogen, an diesem Projekt teilzunehmen. Und ich bin wirklich froh, es getan zu haben. Ich habe in diesen zwei Wochen einiges über Theater gelernt. Da ich vorher ja noch nie so etwas gemacht habe, war das für mich alles sehr neu, aber es hat großen Spaß gemacht zu lernen, wie man in verschiedene Rollen schlüpft. Zu sehen, wie man sein schauspielerisches Können verbessern kann und mit ausgebildeten Lehrern zusammenzuarbeiten war sehr spannend und es hat viel Spaß gemacht.

Aber ich habe auf dieser Freizeit nicht nur etwas über Theater gelernt, sondern auch über die anderen Länder. Auch wenn ich, Bulgarien mal ausgenommen (weil ich darüber vorher gar nichts wusste), nicht viel über die Länder selbst, also über Geschichte und Lage, gelernt habe, habe ich doch gelernt wie die Leute dort leben: einfach dadurch, dass wir diese zwei Wochen zusammen verbracht haben. Zum Beispiel das die Italiener, die dabei waren, sehr viel temperamentvoller und teilweise auch offener sind als es in Deutschland üblich ist, oder das die anwesenden Franzosen "Gentlemen" sind. Aber auch, dass wir im Grunde gar nicht so verschieden sind, die gleichen Hobbies haben.

Ich habe auch gelernt, dass die Vorurteile, die man oft von anderen Ländern hat, nicht stimmen. Vor dieser Freizeit dachte ich eigentlich, dass die Schulbildung der Jugendlichen in Bulgarien schlechter sei als in Deutschland, doch auf dieser Freizeit habe ich gelernt, dass das keinesfalls so ist. Jeder Mensch braucht Bildung um heutzutage eine "normales" Leben leben zu können. Man kann nicht sagen, dass man Bildung nur in der Schule erlangt, obwohl die natürlich ein wesentlicher Bestandteil ist. Aber auch auf einer solchen Freizeit kann man viel lernen, weshalb sie auch zu "Bildung" gezählt werden kann. Ich würde schon sagen das ich nach dieser Freizeit um einige Erfahrungen reicher bin.

Ich habe in diesem Projekt neue Erfahrungen gesammelt, was das Theater betrifft und ich habe neue Leute kennen gelernt, etwas über ihre Gewohnheiten und die Länder gelernt. Mir hat die Freizeit wahnsinnig gut gefallen und ich war sehr traurig als sie nach den zwei Wochen schon vorbei war. Ich wollte gerne noch länger mit allen zusammenarbeiten und hätte ohne zu zögern noch zwei Wochen angehängt. Es war eine wunderschöne Zeit und ich würde es sofort wieder machen, vielleicht nächstes Jahr, wenn sich die Möglichkeit ergibt.“

„Ich hätte nicht gedacht, dass man es wirklich schafft, in so kurzer Zeit mit so vielen unterschiedlichen Leuten, die aus ganz unterschiedlichen Ländern kommen, solch ein gutes Ergebnis (unseren Auftritt am Ende der Freizeit) zu erzielen und dies hat mich persönlich stark beeindruckt.

… Über die Kulturen habe ich mich im Vorhinein schon ein wenig informiert, oder ich war in den Ländern schon einmal mit meinen Eltern( Ausnahme Bulgarien) , aber trotzdem habe ich bei jedem Land etwas dazugelernt

…Über die Bulgaren wusste ich vorher am wenigsten. Ich war in der zweiten Woche mit ihnen in einem Zimmer und sie haben mich voll und ganz integriert und als Freundin angesehen. Sie haben versucht die ganze Zeit auf Englisch zu reden, damit ich sie verstehe.
Über ihre Kultur habe ich am meisten gelernt, weil ich auch am wenigsten wusste. Ich habe z.B gelernt, dass Bulgarien ein sehr armes Land ist und, dass einige der Mädchen zum studieren in ein anderes Land wollen.

… man lernt die Sprache besser, oder nur ansatzweise ein paar wenige Wörter einer ganz anderen.

… Eine andere wichtige Erfahrung war für mich, dass ich die kompletten zwei Wochen mit keinem Deutschen in einem Zimmer war. Dies hat mich einfach dazu gezwungen, mich von der ersten Minute an zu öffnen, was sehr gut war, um den Anschluss zu bekommen. Durch meine sehr gemischten Zimmer habe ich diese Menschen sehr gut kennen gelernt und auch Freundschaften geschlossen, ich habe immer noch Kontakt zu ihnen und ich freue mich sehr von ihnen zu hören.

… Ich kann schon behaupten, dass ich inzwischen nicht mehr darüber nachdenke, wie ich mich zu geben habe und mir die Gruppenprozesse keine Schwierigkeiten mehr bereiten. Dies habe ich genau solchen Freizeiten zu verdanken. Darum empfehle ich jedem Jugendlichen an solchen Angeboten teilzunehmen.“

Dieses internationale Begegnungsprojekt wurde vom JUGENDBILDUNGSWERK DER STADT KASSEL und der JUGENDFÖRDERUNG DES WERRA-MEIßNER-KREIS organisiert – in Kooperation mit OPEN YOUTH Vidin (Bulgarien), Cooperativa Sociale KARA BOBOWSKI Modigliana (Italien) und Association Culturelle O SOL DE PORTUGAL Bordeaux (Frankreich) – und vom EU-Programm YOUTH IN ACTION finanziell gefördert.