"Ungerecht!" - eine Theater-Projektwoche an der Valentin-Traudt-Schule
Ein Projekt im Rahmen des Stadtspiels "Macht PartyZipation" des Kinder- und Jugendnetzwerks Kassel :
Die Klasse 6 h der Valentin-Traudt-Schule spielt Theater zum Thema "Ungerecht!"
Spielformen und Verlauf der Projektwoche
In einem Brainstorming wurden zunächst Situationen und Ereignisse gesammelt und notiert, in denen die Kinder Ungerechtigkeit selbst erlebt, gesehen oder davon gehört haben. Die Stichworte wurden später für die Elemente der Collage, z.B. die Skulpturen und Szenen, als Anregungen hinzugezogen
Vorbereitende Schauspiel- und Theaterübungen führten zum ersten Element der Themencollage: dem „Ich finde ungerecht, wenn…“
Dazu sitzen alle Schüler/-innen verteilt auf der Bühne in unterschiedlichen aber entspannten Haltungen.
Auf ein Klangzeichen steht ein Schüler auf, nennt schlagwortartig ein Beispiel für Ungerechtigkeit, stellt sich hinter eine Schülerin in einer Pose, die seine Haltung oder Reaktion auf die Ungerechtigkeit zeigt. Die Schülerin steht auf, nennt das nächste Beispiel, geht zum nächsten Schüler usw.
Das nächste Element der Collage waren „lebende Skulpturen“, die die Schüler/-innen – wieder aus vorbereitenden Übungen heraus - in kleinen Gruppen entwickelten und die bildhaft Ungerechtigkeit darstellen
.Themen dieser Skulpturen waren: „Andere ausschließen“
„Mobbing“
„Andere auslachen“
„Ohne Grund jemanden schlagen“
„Mehr bekommen als jemand anderes“ (Geschenke, Lohn …)
Das dritte Element der Collage sollten Spielszenen zum Thema bilden. Um Material hierfür zu sammeln, erzählten sich die Schüler/-innen in kleinen Gruppen gegenseitig Erlebnisse, in denen sie selbst Ungerechtigkeit erfahren haben. Jede Gruppe wählte eine/-n Schüler/-in aus, dessen Erlebnis besonders eindrucksvoll war. Diese/-r Schüler/-in erzählte nun vor der ganzen Klasse sein Erlebnis, und seine Gruppe spielte es als „Playback“ aus dem Stegreif nach. Der Erzähler selbst korrigierte ihr Spiel von außen. Anschließend gaben die Zuschauer/-innen Rückmeldung über ihre Eindrücke.
Die Themen dieser Szenen behandelten
den Diebstahl eines Handys durch einen Freund
das rassistische Verhalten eines Fußballtrainers
die Gleichgültigkeit von Straßenbahnfahrgästen gegenüber einem Hilfebedürftigen (Betrunkenen)
die brutale und übertriebene Reaktion eines Autofahrers, dessen Auto durch Kinder leicht beschädigt wurde
eine Schlägerei
Die entstandenen Szenen und Skulpturen wurden an den folgenden Tagen ausgearbeitet und präzisiert und durch die Spielleiterin zu einer Collage zusammengefügt.
Am Mittwoch der Projektwoche begannen konzentrierte Proben der Skulpturen und Spielszenen in kleinen Gruppen. Die gerade nicht spielenden Schüler/-innen malten Plakate, mit denen ihre Präsentation angekündigt wurde. Drei Jungen der Klasse schrieben den Text für einen Rap zum Thema „Ungerecht!“, der später von einem von ihnen gesungen wurde und den Abschluss der Collage bildete.
Beides – Rap und Plakate - wurden am Donnerstag fertiggestellt und die Plakate in der Schule ausgehängt.
Der Donnerstag stand im Zeichen der Vorbereitung auf die Aufführung: Es wurde besprochen und verteilt, wer am Freitag welche Kostüme und Requisiten mitbringen würde und nach einigen abschließenden Szenenproben wurde in einem ersten ersten Durchlauf der Ablauf der ganzen Collage geprobt.
Abschließend wurden in einem weiteren Brainstorming Möglichkeiten gesammelt, wie wir Ungerechtigkeit begegnen oder vermeiden können. Die Stichworte wurden zu einem Schlusspunkt der Collage gestaltet.
Am Freitag morgen schließlich war die „Generalprobe“ und nach einer Pause anschließend die mit großer Aufregung verbundene und sehr erfolgreiche Präsentation vor den Zuschauern und Zuschauerinnen.
Wir danken dem Verein "Zahnärzte und Patienten helfen Kindern in Not" für die Unterstützung!
Spielleitung: Dörte Jahn-Schiller, Theaterpädagogin, Theater Spielen, jahn-schiller@live.de
